Die weiß-grün gestreifte Marmorfassade des Duomo di Monza mit Rosette und dem Campanile aus Backstein
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Duomo di Monza: gestreifte Fassade, Gold dahinter

Erste Eindrücke auf der Piazza Duomo

Wir kamen kurz vor elf am 14. Juli 2025 durch eine schmale Gasse, in der man den Duomo di Monza erst sieht, wenn man fast davorsteht. An ihrem Ende stand dann eine Wand aus weißen und dunkelgrünen Marmorstreifen. Am Abend zuvor hatten wir den Dom schon angestrahlt gesehen, ohne Menschen davor. Bei Tageslicht wirkt die Fassade nüchterner und deutlich detailreicher. Auf dem Platz war wenig los, ein paar Räder lehnten an der Säule mit dem steinernen Kreuz, und über allem stand der Campanile aus rotem Backstein mit seiner hellen Uhrentafel.

Monza liegt gut 15 Kilometer nordöstlich von Mailand und war die erste italienische Station unserer Renaissance Tour 2025. Wir waren am Vorabend angekommen und hatten für den Vormittag nichts weiter vor als einen Rundgang durch die Altstadt. Der Dom stand nicht aus Pflichtgefühl auf der Liste, sondern weil diese Fassade schon von der Gasse aus keine Wahl lässt.

Blick durch eine enge Gasse der Altstadt von Monza auf die gestreifte Marmorfassade des Duomo

Die Fassade von Matteo da Campione

Der Blick bleibt erst einmal an den Streifen hängen, dann an allem, was dazwischen sitzt: Fialen, kleine Tabernakel, ein dichtes Netz aus Ornamenten und in der Mitte die große Rosette mit 16 Feldern. Den Entwurf lieferte Matteo da Campione, der die Bauhütte bis zu seinem Tod im Jahr 1396 leitete. Über dem Hauptportal sitzt ein Reliefband mit Heiligenfiguren, unten stützen zwei kleine Löwen die Säulen neben der Tür. Wer den Kopf in den Nacken legt, sieht in der Giebelzone weitere Figuren, die vom Platz aus kaum auffallen.

Die Farbkombination ist jünger, als sie aussieht. Ursprünglich war das dunkle Band schwarzer Marmor aus Varenna. Bei der Restaurierung ab 1890 unter Luca Beltrami ersetzte ihn grüner Serpentin aus Oira, um den toskanischen Bezug der Fassade zu betonen. Zuletzt wurde sie 2020 instand gesetzt. Der Campanile daneben, 1606 fertiggestellt, hat mit dem Marmor nichts gemein: schmuckloser Backstein, oben eine offene Glockenstube.

Sonnenlicht fällt durch das Portal des Duomo di Monza auf den Schachbrettboden

Der Innenraum des Duomo di Monza

Drinnen war es spürbar kühler als draußen, und die Schritte auf dem schwarz-weißen Schachbrettboden waren lange zu hören. Der Innenraum hat mit der strengen Fassade wenig zu tun. Die Gewölbe sind flächig bemalt, die Seitenkapellen barock ausgestattet, an den Säulen hängen Kerzenständer, vor einem Marienbild und vor dem großen Kruzifix brannten am Vormittag schon Dutzende Lichter.

Am schönsten fand ich den Blick zurück zum Eingang. Die Rosette, von außen ein Steinornament, ist von innen buntes Bleiglas, und an diesem Morgen fiel das Licht so durch die Fenster, dass farbige Flecken auf dem Schachbrettboden lagen. An einem Pfeiler zum Mittelschiff hängt außerdem die Kanzel, die Matteo da Campione zugeschrieben wird, weiß und filigran vor der dunklen Wand.

Blick durch das schmiedeeiserne Gitter in die Cappella di Teodolinda im Duomo di Monza

Kapelle und Goldaltar im Duomo di Monza

Die Cappella di Teodolinda

Das eigentliche Kernstück liegt links vom Chor und ist nicht ohne Weiteres zugänglich. Die Cappella di Teodolinda steht hinter einem schmiedeeisernen Gitter, dahinter ein roter Vorhang. Wir sahen sie nur von außen, durch die Streben hindurch, und trotzdem reicht das, um zu verstehen, worum es geht: Die Wände sind vollständig bemalt, viel Blattgold, in der Mitte hängt eine grüne Ampel.

Was ich durch das Gitter gesehen habe, war nur ein Ausschnitt, den Rest habe ich hinterher nachgelesen: Die Fresken stammen von der Malerfamilie Zavattari und entstanden zwischen 1444 und 1446. Auf rund 500 Quadratmetern erzählen 45 Szenen in fünf Reihen übereinander das Leben der langobardischen Königin Theodelinde. In derselben Kapelle wird die Eiserne Krone aufbewahrt, dazu das Grab der Königin. Beides bekommt man nur bei einer Führung zu sehen, die über das Museum gebucht wird. Wir hatten an diesem Vormittag keine. Das ist der Punkt, an dem ich beim nächsten Mal anders planen würde.

Das vergoldete Altarantependium von Borgino dal Pozzo im Chor des Duomo di Monza

Der Goldaltar im Chor

Im Chor steht das zweite große Stück, und das ist frei zugänglich: ein vergoldetes Antependium, an diesem Tag von weißen Blumen und einem roten Gesteck flankiert. Der Mailänder Goldschmied Borgino dal Pozzo fertigte es zwischen 1350 und 1357 aus vergoldetem Silber, Emailarbeiten und Halbedelsteinen an, die Bildfelder zeigen Szenen aus dem Leben Johannes des Täufers. Aus ein paar Metern Entfernung sieht man vor allem die Fläche glänzen, erst näher heran löst sich das Ganze in kleine, sauber gearbeitete Erzählungen auf.

Campanile und Fassade des Duomo di Monza von der Piazza Duomo aus gesehen

Zur Geschichte des Duomo di Monza

Die Kirche geht auf das Jahr 595 zurück. Theodelinde, Königin der Langobarden, ließ neben ihrem Palast ein Oratorium für Johannes den Täufer errichten, als Kapelle der Sommerresidenz des Hofes. Ab 1300 wurde dieser Bau durch einen Neubau ersetzt, der das gesamte 14. Jahrhundert in Anspruch nahm und von den Visconti gefördert wurde. Vom ursprünglichen Gebäude ist heute nichts mehr zu sehen. Aus der Zeit der Visconti stammen Fassade, Portal und Kanzel, der Rest der Ausstattung kam später dazu. Offiziell heißt der Dom Basilica di San Giovanni Battista, Kathedrale ist er nicht: Monza gehört zum Erzbistum Mailand.

Praktische Hinweise

  • Die Kirche selbst konnten wir ohne Ticket betreten, die Cappella di Teodolinda nur mit Führung über das Museo e Tesoro del Duomo.
  • Termine und Preise für die Kapelle stehen beim Museo e Tesoro del Duomo, das Museum liegt direkt neben der Kirche.
  • Am späten Vormittag war auf dem Platz und in der Kirche wenig los.
  • Der Dom liegt mitten in der Altstadt, Santa Maria in Strada und der Arengario sind wenige Minuten zu Fuß entfernt.

Was von Monza hängen bleibt

Zwölf Minuten, sagen die Zeitstempel meiner Fotos, von der Gasse bis zurück auf den Platz. Genau das ärgert mich im Rückblick. Die Fassade ist das, was man von Bildern kennt, aber das Interessante liegt dahinter: eine Kapelle voller Gold, vor deren Gitter man steht wie vor einem verschlossenen Schaufenster. Monza kennt man vor allem wegen der Rennstrecke. Für einen Vormittag lohnt sich die Stadt auch ohne sie.

Auf der Renaissance Tour 2025 fuhren wir von Monza noch am selben Tag über Vigevano weiter nach Pavia.

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